Ermittlung der Ausgaben zur Hausfinanzierung
Es ist schon seltsam: die Einnahmen sind flott ausgerechnet.
Aber die Ausgaben ... puh! Das ist oftmals eine viel größere Sache! Gehen wir es an!
Hier finden Sie die vorerst wichtigsten Fragen aufgelistet:
- Wie hoch sind Ihre Ausgaben für die aktuelle Kalt-Miete?
- Wieviel bezahlen Sie monatlich für die Mietnebenkosten?
- Denken an Strom, Gas, Wasser, Müllgebühren, Fernwärme, Heizöl etc. Nehmen Sie Ihre letzten Nebenkostenabrechnungen zur Hand und kalkulieren Sie den Mittelwert.
- Müssen Sie laufende Kredite bedienen? In welcher Höhe?
- Wie werden sich die Zahlungen entwickeln? Sind diese konstant, sinken oder steigen die monatlichen Rückzahlungen?
- Wieviel geben Sie im Monat für Lebensmittel aus?
- Wenn Sie es nicht wissen, dann führen Sie einfach für zwei bis drei Monate ein Haushaltsbuch und berechnen den Mittelwert.
- Was für einen Betrag geben Sie im Monat für Kleidung, Schuhe, Kosmetik, Unterhaltung, Ihre Weiterbildung usw. aus?
Auch hier empfiehlt es sich, die Ausgaben für einen Zeitraum von drei bis vier Monaten zu notieren. Aussagen wie -Ach, das geht auch mal eine Weile ohne Kino- frustrieren auf die Dauer. Glauben Sie mir ;-).
- Wie hoch sind Ihre Kommunikationskosten? Dazu gehört das Festnetztelefon, Handy, Pager, der Internetanschluss usw.
- Wieviel bezahlen Sie monatlich an Fernseh- und Rundfunkgebühren?
Die Ausgaben sind wichtig zur Hausfinanzierung!
Machen Sie sich ein klares Bild über Ihre Versicherungen:
- wieviel bezahlen Sie im Monat für Ihre Hausratsversicherung, Ihre Haftplichtversicherung, den Rechtsschutz, die Unfallversicherung, die Krankenzusatzversicherung, Ihre Private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Lebensversicherung, die Rentenversicherung ... nur um einmal ein paar Versicherungen zu nennen. Falls Sie im Papierkram nicht mehr durchsehen, sollten Sie Ihren Versicherungsvertreter zu Rate ziehen.
- Investieren Sie einen regelmäßigen Betrag in eine Geldanlage oder in Sparverträge? Wie hoch sind diese? Sind die Zahlungen konstant, oder werden sich diese in Zukunft verändern?
- Bilden Sie eine monatliche Rücklage für Unvorhergesehenes? Notieren Sie ebenfalls diesen Sparbetrag.
- Wie hoch sind Ihre Mobilitätskosten? Konkret: was kostet Ihr Auto, das Benzin, Reparaturen, Leasingkosten oder Finanzierungsraten und / oder Ihre Bahnkarte im Monat? Ermitteln Sie diesen Wert am Besten aus dem Gesamtausgaben eines längeren Zeitraums um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Sie monatlich einkalkulieren müssen.
- Urlaub - selbst das gehört dazu. Glauben Sie nicht, bei der Hausfinanzierung dieses Thema unter den Tisch fallen lassen zu können. Kein Mensch kommt 20 Jahre ohne Urlaub aus. Fragen Sie mal Ihren Partner oder Ihre Kinder. Also: wieviel geben Sie im Jahr für Urlaub aus? Überlegen Sie, was die letzten Urlaube gekostet haben und treffen Sie eine Annahme. Zur Not legen Sie ein Budget fest.
- Die liebe Freizeit: sobald Sie ein Haus haben, werden Sie weniger Freizeit haben. Ermitteln Sie trotzdem ehrlich, wie hoch Ihre Kosten für Ihr Freizeitvergnügen sind. Das sind z.B. Besuche für Kino und Theater, Ihre Zeitschriften-Abonnements, Vereinsgebühren usw.
- Was kosten Ihre Kinder? Selbstverständlich sollte man diese Frage nicht stellen, da unser Nachwuchs unser liebstes Gut ist. Trotzdem sollten Sie auch hier mit dem Taschenrechner ran: Ermitteln Sie die Kindergarten- oder Schulgebühr, Kosten für Lernmaterial, Geschenke, Spielsachen, Vereinsbeiträge etc. Müssen Sie eventuell einem Ex-Partner Unterhalt für ein Kind bezahlen? Dann sollte dieser Betrag hier ebenfalls aufgeführt werden.
- Ziehen Sie nun die Ausgaben von den Einnahmen ab. Falls hierbei keine positive Zahl herauskommt, sollten Sie das Thema Hausfinanzierung noch einmal gründlich überdenken ;-) ... Ernsthaft: Bitte rechnen Sie sich das Ergebnis nicht schön, und reden Sie es auch nicht schön (im Sinne von: ach, für Lebensmittel rechne ich mal nur 50 Euro im Monat, da müssen wir halt alle mal den Gürtel enger schnallen, das geht schon irgendwie). So lange Sie nicht die 1000%ige Unterstützung der gesamten Familie haben, wird so etwas nicht klappen.
- Im nächsten Schritt ziehen Sie bitte die Kosten für die Kaltmiete von den Ausgaben wieder ab. Bitte streichen Sie nur die Ausgaben für die Kaltmiete! Die Ausgaben, die in unserem Beispiel den Mietnebenkosten entsprechen, werden Sie in Ihrem neuen Zuhause ja ebenfalls wieder haben (z.B. Strom, Gas, Wasser etc.).

Informationen zum Thema Hauskauf Finanzierung
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